Berlin
Berlin ist die Hauptstadt und die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands
sowie als Stadtstaat ein eigenständiges Bundesland.
Außerdem ist Berlin nach London die zweitgrößte Stadt der EU.
Während des Kalten Krieges ließ die DDR-Regierung die Berliner Mauer errichten. Berlin war
nun in einen West- und einen Ostteil getrennt. Nach dem Fall der Mauer 1989 wuchs Berlin
mit dem Umland zur Metropolregion Berlin/Brandenburg zusammen.
Historisch war Berlin mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie Preußen, des Deutschen
Reiches oder der DDR. Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist Berlin
gesamtdeutsche Hauptstadt und seit dem Hauptstadtbeschluss des Deutschen Bundestages von
1991 nimmt die Stadt seit 1999 auch die Funktion als Parlaments- und Regierungssitz
Deutschlands wahr.
Grundriss von Berlin -
im Zentrum von Brandenburg - Preußen
Berlin ist gänzlich vom Bundesland Brandenburg umgeben und liegt im Osten Deutschlands,
etwa 70 km westlich der polnischen Grenze. Die Stadt ist einer der Verdichtungsräume der
Bundesrepublik. Berlin befindet sich in eiszeitlich geprägter Landschaft im Warschau-Berliner
Urstromtal zwischen den Hochebenen des Barnim und des Teltow. Das historische Zentrum
Berlin liegt an der schmalsten Stelle des von der Spree in ost-westlicher Richtung
durchflossenen Urstromtals. Im westlichsten Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel,
die den Westen Berlins in Nord-Süd Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel ähnelt
dabei oft einer Seenlandschaft, die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der
Große Wannsee. Wesentliche Teile des heutigen Berlins liegen auf den beiden Hochebenen:
Große Teile der Bezirke Reinickendorf und Pankow liegen auf dem Barnim, während der
Hauptteil der Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg
und Neukölln auf dem Teltow gelegen ist. Die höchsten Erhebungen Berlins sind mit der aus
Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (120 m ü. NN)
im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Müggelberge (115 m) im Bezirk Treptow-Köpenick.
|
Flagge von Berlin
Fläche:
Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
Höhe ü.N.
Staatsform:
Schulden:
Schulden gesamt:
Arbeitslosenquote:
ISO 3166-2:
Offizielle Website:
|
Wappen von Berlin
891,75 km²
3.398.362 (Januar 2005)
3.811 Einwohner/km²
34 m
Gliedstaat der BRD
15.906 € pro Einwohner
53,9 Mrd. € (2004)
19.4% (Februar 2005)
DE-BE
http://www.berlin.de/ |
Geschichte Berlin
Cölln, ehemals die Schwesterstadt Berlins (auf der heutigen Spreeinsel gelegen), wurde 1237
erstmals urkundlich erwähnt, 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, das sich auf der anderen
Seite eines Spreearms befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name
Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun. Er geht vermutlich auf die
slawische Silbe berl (Sumpf) zurück.
Seit 1451 war Berlin Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten. Zuvor
hatte es mit dem Berliner Unwillen Proteste der Berliner Bevölkerung gegen einen Schlossneubau
von Kurfürst Friedrich II. gegeben, bei der unter anderem die Baugrube für das kurfürstliche
Schloss von den Berliner Bürgern geflutet wurde.
Im 17. Jahrhundert wurde Berlin durch mehrere Vorstädte erweitert, bevor es 1701 durch die
Krönung Friedrich I. zum König zur preußischen Hauptstadt wurde. 1709 wurden daraufhin die Städte
Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt vereinigt. Aber schon bald
entstanden neue Vorstädte. 1861 erfolgten erneut Eingemeindungen, diesmal von Wedding, Moabit
und der Tempelhofer und der Schöneberger Vorstadt. 1871 wurde Berlin dann Hauptstadt des neu
gegründeten Deutschen Reiches.
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte
dann mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte,
Landgemeinden und Gutsbezirken rund um Berlin. Berlin hatte damit rund vier Millionen Einwohner.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten
Reiches. Die Nazis veranstalteten zu Propagandazwecken 1936 in Berlin die Olympischen
Sommerspiele. Es gab auch Pläne, Berlin zur Welthauptstadt Germania umzubauen. Diese wurden
jedoch durch den Zweiten Weltkrieg vereitelt.
Während des Krieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf
zerstört. Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und die Kapitulation 1945 wurde
Berlin, analog zu der Regelung für das gesamte Deutschland, in vier Sektoren aufgeteilt. Die
Sektoren der Westalliierten (USA, Großbritannien und Frankreich) bildeten den westlichen Teil
der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion von nun an den Ostteil bildete. Für Gesamtberlin
blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden
politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer
wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Alliierten mit der so genannten Luftbrücke zu
umgehen suchten.
Nach der Gründung der demokratischen Bundesrepublik Deutschland mit sozialer Marktwirtschaft
im Westen Deutschlands und der im Selbstverständnis sozialistischen DDR mit staatlicher
Planwirtschaft im Osten Deutschlands, beides im Jahr 1949, verschärfte sich der Kalte Krieg auch
in Berlin. Während die Bundesrepublik ihre Hauptstadt nach Bonn verlegte, was zunächst als
Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ostberlin zur Hauptstadt der DDR. Der
Ost-West-Konflikt gipfelte im Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961. Berlins
Osten und Westen waren nun vollkommen voneinander getrennt, der Übergang war nur noch an
bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und
Ost-Berlins. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die
Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975
in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Viermächte-Status über Gesamt-Berlin.
Kunst und Kultur
Berlin besitzt mehrere Opern, Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern und dem
Berliner Sinfonie Orchester gibt es mehrere Orchester und Chöre, der Rundfunk Orchester und
Chöre GmbH. Dies sind das Deutsches Symphonie Orchester Berlin (Kent Nagano), das
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und
der RIAS Kammerchor (Daniel Reuss). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit
Chor) im Konzerthaus, der Philharmonie oder in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen
auf der ganzen Welt auf. Zusätzlich verfügt Berlin noch über drei Opernhäuser, die Staatsoper,
die Deutsche Oper und die Komische Oper. Daneben ist Berlin bekannt für seine zahlreichen
Theater- und Kleinkunstbühnen.
Panoramablick von der Siegessäule

Reichstag und Brandenburger Tor (Satellitenaufnahme)
Medien
Berlin ist der Sitz vieler Rundfunkanstalten. Dazu gehören neben einigen deutschlandweit
sendenden Fernseh- und Radiosendern (zum Beispiel SAT.1 und MTV Deutschland) auch viele
regionale Anstalten. Neben Fernsehsendern wie TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große
Anzahl so genannter Privatradios. Auch die staatlichen Sender RBB und Deutsche Welle haben hier
ihren Sitz. Andere überregionale Anstalten wie ARD, ZDF, RTL oder das DeutschlandRadio verfügen
über ein „Hauptstadtstudio“.
In Berlin erscheinen die meisten Zeitungen Deutschlands. Die größten Abonnement-Zeitungen
sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei jeweils
einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Bundesweite Bedeutung haben die linksgerichtete taz,
das PDS-nahe Neue Deutschland und die konservative Welt. Außerdem gibt es in Berlin die
Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier.
Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner
Abendblatt oder die Zweite Hand; außerdem erscheinen verschiedene Stadtmagazine wie der Tip,
(030) oder die Zitty.

|