Der im südosten von Berlin gelegene Spreewald ist wohl eine der faszinierendsten Landschaften von der
Niederlausitz
Brandenburg, Deutschlands sowie von Mitteleuropas.
Er birgt sowohl Reiz, als auch Einzigartigkeit und Magie. Einmal von ihm
verzaubert, wird man ihn wohl nie mehr vergessen. Geschaffen wurde diese einmalige Region
während der Eiszeit. Zwischen 400.000 und 20.000 v.Chr. hobelten Gletschermassen das Land flach
und schoben die Endmoränenlandschaft vor sich her, die den Spreewald südlich begrenzt. Schmelz
wasser bildete das Berlin-Baruther
Urstromtal. Durch geringes Gefälle fächerte sich darin die Spree zwischen Geschiebemergel- und
Schwemmsand flächen auf, so dass der 75 Kilometer lange und bis zu 16 Kilometer breite Unter- und
Oberspreewald entstand.

Eine andere Geschichte oder;
Wie der Spreewald wirklich entstand!
Der Sage nach ist der Spreewald ein missglücktes Werk des Teufels.
Als er vor langer Zeit mit seinem Ochsengespann das Bett der Spree pflügte,
war er schon ein gutes Stück vorangekommen, doch die zwei Zugtiere zeigten sich müde und wollten nicht mehr so recht.
Das passte dem Leibhaftigen nicht. Wutentbrannt warf er seine Mütze nach den Rindviechern und schrie sie an:
"Das euch verdammtes faules Vieh doch meine Großmutter hole!"
Diese Aussicht muss die Tiere doch so sehr erschreckt haben.
Jedenfalls ergriffen sie die Flucht und rannten, mit dem Pflug hinterdrein,
kreuz und quer davon. Statt eines ordentliches Flussbettes rissen die türmenden Ochsen ein Delta
mit 350 Wasserläufen, Fließen von mehr als 500 km Länge...genau weiss man es nicht mehr so.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Spreewald im Jahre 1428.
Es lassen sich jedoch erste Besiedlungsspuren schon aus der Zeit um ca. 8000 v.Chr.
nachweisen. Im Jahre 700 bis 800 n.Chr. setzte die westslawische Besiedelung ein. Aus dieser Zeit
existieren noch Rundwälle in der Lausitz. 1650 erlegte Graf Johann Sigmund zu Lynar den letzten
Bären, 1844 wurde der letzte Wolf erlegt und 1746 der letzte Elch. Der Spreewald bot damals und
auch heute eine Menge Platz für Phantasie. Man erzählte sich wunderliche Geschichten über Irr
lichter, vom Schlangenkönig oder über den versunkenen Schatz des Sorbenkönigs im Burger
Schlossberg. Die Mythen und Sagen bahnten sich ihren Weg bis in die Architektur des Spreewaldes.
Die gekreuzten Schlangenköpfe zieren bis heute noch die Giebel vieler Häuser und gelten heute noch
als Glückssymbole. Die minimalen Erhebungen zwischen den Fließen, Kaupen genannt, dienten
nach der Besiedelung der Landwirtschaft oder dem Hausbau. Doch viele Kanäle wurden
zusätzlich durch Menschenhand geschaffen um sich vor Hochwasser und bei Dürreperioden zu
schützen.

|
|